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UN-Konferenz zu Biodiversität (COP9)

Vom 19. bis 30. Mai 2008 wird die 9. Vertragstaatenkonferenz (COP9) der Konvention über biologische Vielfalt (CBD) in Bonn stattfinden, vom 12. bis 16. Mai die 4. Konferenz (MOP4) der Staaten des Cartagena-Protokolls über grenzüberschreitenden Handel mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Zusammen mit anderen Gruppen plant die BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie Aktivitäten dazu, um die Schwachstellen der herrschenden Biodiversitätspolitik und ihre Begünstigung von Biopiraterie zu zeigen und Stimmen aus dem globalen Süden hörbarer zu machen.

Vordergründig geht es bei der CBD um den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt, aber dahinter verbergen sich vielfältige Interessenslagen. Im Zeitalter der Biotechnologie ist die biologische Vielfalt zu einem strategischen Rohstoff geworden und die Frage der Verfügbarkeit und des Zugangs dazu ist u.a. für Pharma- und Saatgutindustrie und für WissenschaftlerInnen sehr wichtig.

Gleichzeitig ist die biologische Vielfalt in erster Linie aber Lebensgrundlage für Indigene und bäuerliche Gemeinschaften und die Ausgangsbasis für die weitere Züchtung von Nutzpflanzen, was gerade in Bezug auf den Klimawandel von zentraler Bedeutung für die Nahrungsmittelsicherheit ist.

Die Bundesregierung und die Parteien bereiten sich auf das große internationale Politik-Event in Deutschland vor. Das umweltbewußte Deutschland will seinem Ruf gerecht werden. Und auch Nichtregierungsorganisationen (NGOs), vor allem Umweltschutzorganisationen, stecken schon in den Vorbereitungen. Koordiniert werden diese NGO Aktivitäten, vor allem Lobbyarbeit, vom Forum Umwelt und Entwicklung.

Die BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie möchte ihren Protest auf die Straße tragen. Im Mittelpunkt steht für uns die grundsätzliche Kritik an der allgemein zunehmenden Kommerzialisierung und Privatisierung von biologischer Vielfalt und Natur. Es ist keine neue Erkenntnis, daß das herrschende kapitalistische Entwicklungsmodell, das auf Industrialisierung und ungebremsten Verbrauch von natürlichen Ressourcen mit Wachstumssteigerung und Globalisierung setzt, verantwortlich für den Verlust von biologischer Vielfalt ist. Die stattfindende Homogenisierung der Kulturen beschleunigt diese Zerstörung noch, denn letztlich ist biologische Vielfalt nur bei gelebter kultureller Vielfalt möglich.

Weitere Informationen

Termine

15. Mai, 18:00h - Informationsveranstaltung im Oscar-Romero-Haus (Heerstr. 205): ?COP/MOP ? Wem gehört die Natur??

16. Mai, 18:00h - Film- und Informationsveranstaltung im Kult 41 (Hochstadenring 41): Kontamination mit transgenem Mais in Spanien

17. Mai, 09:30h - Im Garten des Oscar-Romero-Haus: Treffpunkt für eine Aktion an dem selben Morgen zu Patenten, GMOs und Saatgut

18. Mai, 10:00h - Im Garten des Oscar-Romero-Haus: Treffpunkt für eine Aktion an dem selben Tag zu Agrofuels/Biosprit

19. Mai, 08:30h - Vor dem Hotel Martim Präsenz zeigen und Meinung sagen zur Eröffnung der COP9

19. Mai, 14:30h - Auf dem Münsterplatz: Demotreffpunkt zum Thema Privatisierung von Saatgut und Biopiraterie, 16:30h Münsterplatz: Mystica und ?Saatgut-Rückgabe? an Gäste aus den Ländern des Südens

22. Mai - Überraschungsaktion zum Tag der biologischen Vielfalt

23. Mai - Traditionelles Wissen und Biopiraterie-Aktion vor dem Maritim

28. bis 30. Mai: Tage der Entscheidungen bei der COP9 (high level segment) => aufgepaßt: spontane Aktionen

Datum: 
Donnerstag, 15. Mai 2008, 18:00 Uhr - Freitag, 30. Mai 2008, 00:00 Uhr
Ort: 
Bonn

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